Frankfurt am Main. Es ist dem wachsenden Paket- und Expressversand zu verdanken, dass die Neunmonatszahlen der Deutsche Post nicht schlechter ausfallen. Während der Gewinn im Frachtgeschäft einbrach, legten die übrigen Sparten im Sommerquartal bis Ende September zu, wie der Konzern am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um vier Prozent auf 14 Milliarden Euro, unter anderem niedrigere Steuern ließen den Gewinn um 17 Prozent auf 468 Millionen Euro springen.
Im Expressbereich hat der Umsatz in den ersten neun Monaten um 4,1 Prozent zugelegt und lag bei 9 Milliarden Euro (Vorjahreszeitraum: 7,7 Milliarden Euro). Im dritten Quartal lag das Umsatzwachstum bei 7,6 Prozent. Das operative Ergebnis (Ebit) für diesen Bereich hat sich in den ersten neun Monaten um 18,3 Prozent auf 912 Millionen Euro erhöht. Das Geschäftsfeld Post-E-Commerce-Parcel (Pep), das ehemals unter dem Namen „Brief“ lief, wuchs in den ersten neun Monaten um 2 Prozent auf 11, 3 Milliarden Euro. Wachstumstreiber war dabei der Bereich E-Commerce-Parcel mit einem Plus von 5,3 Prozent. Das Sendungsvolumen ist um 6,5 Prozent gewachsen, im dritten Quartal sogar um 8,5 Prozent.
Im Unternehmensbereich Express wuchs der Umsatz in den Monaten Januar bis September um 4,1 Prozent auf 9,1 Milliarden Euro. Im dritten Quartal lag das Wachstum bei 7,6 Prozent. Das operative Ergebnis (Ebit) im Geschäft mit zeitsensitiven Produkten ist in den ersten drei Quartalen um 18,3 Prozent auf 912 Millionen Euro gewachsen.
Ergebniseinbruch im Frachtgeschäft
Schlechter fiel hingegen das Frachtgeschäft im Bereich Global Forwarding, Freight aus: in den ersten neun Monaten ging der Umsatz um 0,4 Prozent zurück auf 10,96 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis ist um 35 Prozent auf 221 Millionen Euro gesunken (Vorjahreszeitraum 340 Millionen Euro), ebenso sank die Umsatzrendite auf 2 Prozent (Vorjahrswert: 3,1 Prozent). Im dritten Quartal lag das Minus im Ebit sogar bei 43 Prozent. Als Gründe nennt das Unternehmen nach wie vor hohen Belastungen durch das strategische Programm „New Forwarding Environment“ (NFE) sowie die schlechten Frachtpreise. Im Rahmen von NFE soll unter anderem die weltweite IT auf eine einheitliche Plattform gestellt und Prozesse vereinheitlicht werden. Die Einführung der neuen Software erweist sich laut Post aber langwieriger und kostenintensiver als geplant. Der Landverkehrsbereich (Freight) ist umsatzmäßig gewachsen – um 1,3 Prozent auf 3,098 Milliarden Euro, vor allem in Zentral- und Osteuropa, Türkei, Schweden, Frankreich und Deutschland.
Für das Gesamtjahr peilt Post-Chef Frank Appel weiterhin eine Steigerung des Betriebsergebnisses an. (diwi)
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