Die Gefahr einer Insolvenz ist 2024 in den meisten Wirtschaftszweigen gestiegen. Besonders betroffen war der Verkehrs- und Logistikbereich, wo 14 von 1.000 umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen einen Insolvenzantrag stellten. Im Baugewerbe, im Bereich sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen und im Gastgewerbe waren es 10 von 1.000 Unternehmen. Auch in Wirtschaftszweigen, die vor fünf Jahren kaum insolvenzgefährdet waren, wie das Gesundheits- und Sozialwesen, das Grundstücks- und Wohnungswesen sowie der Bereich Information/Kommunikation, wurden 2024 mehr Insolvenzanträge als 2019 gestellt.
Unternehmensschließungen überwiegen Insolvenzen
Die meisten Insolvenzanträge stellten Unternehmen in den Rechtsformen GmbH und Einzelunternehmen. 2024 stieg jedoch auch die Anzahl der Insolvenzanträge von Unternehmen in der Rechtsform der GmbH & Co.KG, die im Mittelstand weit verbreitet ist.
Insgesamt betrachtet, machen die Insolvenzen trotz des Anstiegs um 22,4 % auf 21.800 nur einen kleinen Anteil an allen gewerblichen Unternehmensschließungen (270.000) aus. Zudem enden nicht alle Insolvenzanträge mit der Schließung des betroffenen Unternehmens. So stieg beispielsweise die Anzahl der genehmigten eigenverwalteten Insolvenzverfahren 2024 auf 470. Zum Vergleich: 2023 waren es 345 genehmigte Anträge. Damit hat dieser auf Sanierung ausgerichtete Verfahrensweg seit seiner Einführung vor 25 Jahren einen neuen Höchststand erreicht. Er wird allerdings vorrangig von größeren Unternehmen genutzt.