Gioia Tauro. Seit heute morgen hält Gioia Tauro den Atem an. 79 Container mit insgesamt 800 Tonnen Ladung, die die Giftstoffe der syrischen Armee enthalten, werden im kalabrischen Hafen umgeladen. Von der dänische Ro-Ro-Fähre „Ark Futura“, die die Giftstoff-Container aus Syrien gebracht hat, werden die Container auf das amerikanische Schiff „Cape Ray“ gebracht. Eine logistische Meisterleistung mit höchster Sicherheitsstufe, die im Terminal der Contship Italia abgewickelt wird.
Der normale Laderhythmus des Terminals von ca. 19 Container in der Stunde ist verlangsamt, mehr als 5 Container sollen nicht umgesetzt werden. Der gesamte Prozess wird deswegen zwischen 20 und 48 Stunden dauern. Über dem Hafengebiet ist ein absolutes Überflugverbot angeordnet, das Hafengebiet ist im Umkreis von einem Kilometer abgesperrt und wird von hunderten Ordnungskräften überwacht.
Der Hafen von Gioia Tauro hat Erfahrung mit dem Manövrieren von Giftstoffen. Doch noch niemals wurden bisher Stoffe von dieser Gefährlichkeit bewegt. Es handelt sich um das Nervengas Sarin und das so genannte Senfgas. Deswegen begleitet auch eine Mannschaft von Spezialisten und Ärzten die Ladeaktion.
Nach erfolgter Umladung wird die „Cape Ray“ sofort in See stechen und dort, in internationalen Gewässern mit der Zerstörung der Gase beginnen. Diese Aktion, die mehrere Monate dauern kann, wirdauch von der deutschen Fregatte „Augsburg“ begleitet. Sie soll sicherstellen, dass auf der „Cape Ray“ in Ruhe gearbeitet werden kann. (rp)