Köln/München. Der Verein zur Förderung des Wettbewerbs und lauteren Verhaltens im Speditions-, Logistik- und Transportgewerbe hat am Donnerstag die Trennung von Netz und Betrieb bei der Deutsche Bahn (DB) gefordert. Nur so sei der größtmögliche Wettbewerb gewährleistet, erklärte der Geschäftsführer des Wettbewerbsvereins, Andreas Müller. Zu dem wies er darauf hin, dass aktuelle DB-Strategiewechsel im Güterverkehr, weg vom internationalen Parkett, hin zur deutschen Schiene, nicht die Wettbewerbsfähigkeit mittelständischer Transport- und Logistikunternehmen belasten dürfe. „Die DB konterkariert derzeit das eigene Ziel, mehr Güter auf die Schiene zu bringen“, beklagte Müller. Nur, wenn jede Eisenbahngesellschaft unter den gleichen Bedingungen Zugang zum deutschen Schienennetz und der Infrastruktur habe, entstünden Entwicklungsmöglichkeiten und Wettbewerb zur Deutschen Bahn. Dies sei in der jetzigen Form nicht möglich, meint der Verein. Um eine chancengleiche Nutzung für alle Unternehmen sicherzustellen, gehöre Schieneninfrastruktur daher auch weiterhin in die Hände des Bundes. „Außerdem hat die Bundesregierung im vergangenen Jahr über 2,3 Milliarden Euro an Bundesmitteln für die Erhaltung der Schieneninfrastruktur ausgegeben, die weit überwiegend nur der Deutschen Bahn zu Gute kamen. Dem steht der Wettbewerbsnachteil durch Erhöhung der Maut im Straßenverkehr gegenüber“, so Müller. (ag)
Spediteure befürchten Wettbewerbsverzerrung durch Bahn

Wettbewerbsverein fordert Trennung von Netz und Betrieb bei der Deutschen Bahn