Rotterdam: Laut Tom Vermeiren, Senior Manager bei der Londoner Unternehmensberatung Pricewaterhouse Coopers (PwC), schauen Versender nach wie vor eher auf die Kosten, als auf den Umweltschutz. Auf der Hafenmesse TOC Europe 2015 in Rotterdam Anfang Juni erklärte Vermeiren, dass die Kosten immer noch der Hauptentscheidungsgrund für Versender sind und fügte an, dass Reedereien Häfen mit signifikanten Volumina wählen, um ihre zunehmend größeren Containerschiffe zu füllen. Zudem suchen die Reeder nach den niedrigsten Preisen. Gemäß der letzten PWC-Umfrage für europäische Versender zeigt sich außer bei Unternehmen der Konsumgüterindustrie kein verändertes Verhalten bzw. ein merklicher Verkehrsträgerwechsel von der Straße auf Schiene oder Schiff.
Die Preisgebung für den Straßentransport mag sich verändern, doch zuvor muss die Europäische Union gleiche Bedingungen in ganz Europa gewährleisten. Die kürzliche Entwicklung bei intermodalen Versorgungsketten wurde durch ökonomische Betrachtungen als auch durch Bedenken über die Umwelt motiviert, sagte er. „Die intermodalen Inland-Transportsysteme existieren nicht aufgrund ‚grüner‘ Erwägungen. Häfen und Terminals nutzen sie, um Hinterlandvolumina einzufangen. Mit diesen Volumina wiederum wollen sie große Reedereien an ihre Häfen binden“, sagte er. Jesper Praestensgaard, Seniorberater bei der Boston Consulting Group, glaubt, dass die Überkapazität im Containerschiffbereich noch bis 2019 andauert. Dadurch bleiben die Frachtraten niedrig, was bei den Geschäftsstrategien der Unternehmen berücksichtigt werden sollte. (rup)