Wien: Die Entwicklung des Schienengüterverkehrs in Südosteuropa kommt nur schleppend voran. Die Gründe dafür sind die nur mühsam vorankommende Liberalisierung des Güterverkehrs und der Infrastrukturausbau. In Bulgarien, Rumänien und Kroatien sind die geplanten Privatisierungen der Staatsbahnen gescheitert, in Griechenland steht dieses Thema derzeit noch offen. Die Schiene verliert zwischen Estland und Griechenland Volumen an die Straße, weil in den vergangenen 30 Jahren kaum in das System Bahn investiert worden ist und der LKW heute das Transportmittel Nummer eins ist. Lichtblick ist die Türkei, wo die Bahninfrastruktur massiv ausgebaut und bis 2023 mindestens 25 Prozent des heutigen Güterverkehrs auf die Schiene verlagert werden sollen.
Die österreichische Rail Cargo Group setzt dennoch große Hoffnungen auf Südosteuropa und wickelt ihre Verkehre zwischen Österreich und Türkei immer stärker mit Eigentraktion ab, weil damit die Transportqualität gesichert ist und die Kosten besser unter Kontrolle sind, betont Georg Kasperkovitz, Vorstand der Rail Cargo Group. Allerdings will Österreichs Bahn in Südosteuropa im Gegensatz zu DB Schenker Rail kein eigenes Netzwerk aufbauen. DB Schenker Rail setzt auf ein europäisches Netzwerk und hält derzeit am gesamten europäischen Schienengüterverkehr einen Anteil von 25 Prozent, Rail Cargo Group kommt auf sechs Prozent. (mf)