Warschau. Lkw-Fahrer erfahren nach wie vor merkliche Steigerungen ihrer Löhne und Gehälter. Das geht aus den neuesten Berechnungen des Polnischen Instituts für den Straßentransport hervor. Danach verdienten Trucker in Langstrecken-Lkw Ende 2019 im Mittel 6300 Zloty (gut 1500 Euro) brutto monatlich – eine kräftige Steigerung um 26 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum.
Zum Vergleich: Das Durchschnittsgehalt aller Branchen lag gleichzeitig bei nur etwa 5000 Zloty brutto und der Zuwachs betrug lediglich knapp 8 Prozent gegenüber 2018. Dennoch ist der Unterschied zu Westeuropa noch merklich: Laut Kalkulationen des französischen Amtes für den Straßenverkehr verdienten luxemburgische Fahrer mit fast 44.000 Euro jährlich am meisten und bulgarische Trucker mit gut 15.000 Euro am wenigsten. Polen liegt in dieser Aufstellung ziemlich genau in der Mitte.
Die Gründe für den bemerkenswerten finanziellen Aufstieg polnischer Fahrer sind vor allem die Anhebung des Mindestlohns pro Stunde sowie die Personalnot der Spediteure. Und in Wirklichkeit liegen die Einkünfte wahrscheinlich noch deutlich höher, denn das voll zu versteuernde Grundgehalt der Fahrer macht nur etwa ein Drittel des Verdienstes aus, der Rest sind Boni und sonstige Sonderzahlungen. Es wird geschätzt, dass Fahrer auf internationalen Routen im Schnitt bereits rund 6000 Zloty (knapp 1500 Euro) netto erhalten. Für die Spediteure werden die Personalkosten allerdings immer mehr zum Problem, denn die Umsätze steigen bei weitem nicht auf demselben Niveau – so hat sich die Zahl der verschuldeten Transportfirmen in Polen 2019 wieder deutlich erhöht. (mk)