Berlin. Nach dem Bekanntwerden des neuesten Kapitels in der Datenaffäre der Deutschen Bahn schaltet sich Berlins Datenschutzbeauftragter Alexander Dix ein. Der bundeseigene Konzern werde um eine Stellungnahme gebeten, sagte eine Sprecherin der Behörde heute auf Anfrage. Die Deutsche Bahn solle die Hintergründe der Sammlung von Mitarbeiter-Krankheitsdaten erläutern. Am Dienstag hatte das Staatsunternehmen mitgeteilt, bei einer Sicherheitstochter seien Listen mit teils unzulässigen Angaben über Krankheiten von Beschäftigten geführt und innerhalb des Konzerns weitergegeben worden. Der Vorstand kündigte an, sich von den Verantwortlichen zu trennen. Angesichts früherer Fälle der Datenaffäre hatte Dix die Deutsche Bahn schon in den vergangenen Monaten ins Visier genommen. Wegen der Kontrollen von Mitarbeiterdaten und E-Mails im Namen der Korruptionsbekämpfung war im Frühjahr der langjährige Bahnchef Hartmut Mehdorn gestürzt. In diesem Zusammenhang soll demnächst ein Verfahren beginnen, um festzustellen, ob es zu Ordnungswidrigkeiten gekommen ist. Bahn-Aufsichtsratschef Werner Müller hatte zugesagt, die Berichte der Sonderermittler, die vom Kontrollgremium eingesetzt worden waren, an Staatsanwaltschaft und Datenschutzbeauftragte zu geben. (dpa)
Datenschützer verlangt Auskunft der Bahn

Die Deutsche Bahn soll die Hintergründe der Sammlung von Mitarbeiter-Krankheitsdaten erläutern