Bonn. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur dpa am Dienstag aus der Konzernzentrale in Bonn. Mit seiner Entscheidung, sein Amt vorzeitig niederzulegen, verzichte Zumwinkel auch auf die restlichen Bezüge aus dem regulär bis November laufenden Vertrag, hieß es es aus dem Konzern. Das wären schätzungsweise deutlich mehr als eine Million Euro gewesen. Eine Abfindung habe gar nicht zur Debatte gestanden, da Zumwinkels Vertrag ohnehin bald ausgelaufen wäre. Allerdings verfügt Zumwinkel noch über Aktienoptionen und sogenannte Aktien-Wertsteigerungsrechte in Millionenhöhe, die in den vergangenen Jahren Teil seiner Gesamtvergütung waren und die er noch zu Geld machen kann. Für den nach rund 18 Jahren an der Post-Spitze zurückgetretenen Zumwinkel gab es einen stillen Abschied. Er selbst trat nicht mehr in Erscheinung. Aufsichtsratschef Jürgen Weber dankte ihm für seine „hervorragenden Leistungen“ und sagte: „Den Verdiensten dieses Mannes für das Unternehmen ist schwer in kurzen Worten gerecht zu werden.“ Vor seiner Steueraffäre hatte Zumwinkel noch über die Vorbildfunktion von Managern geredet: Sie sollten auch „Werte vorleben“. Die aktuelle Mitarbeiterzeitung des Unternehmens verbreitete einen Tag, bevor am vergangenen Donnerstag die Steuerfahnder bei Zumwinkel auftauchten, Auszüge aus einer entsprechenden Rede, die er Mitte Januar auf einer internen Führungskräftetagung in Berlin gehalten hatte. Zumwinkel hat sich bisher öffentlich nicht zu den Vorwürfen gegen ihn geäußert. Auch den Beschäftigten gegenüber habe er sich nicht erklärt, hieß es aus der Konzernzentrale. Noch immer seien viele Mitarbeiter aus seinem Umfeld fassungslos über die überraschenden Vorgänge. Sein Büro im 40. Stock des Post Towers habe Zumwinkel inzwischen für Nachfolger Frank Appel geräumt.
Zumwinkel geht ohne Abfindung und mit Gehaltsverzicht
Der frühere Post-Vorstandschef Klaus Zumwinkel erhält nach seinem unrühmlichen Abgang im Zuge der Steueraffäre keine Abfindung und auch kein weiteres Gehalt.