Emden. Für Freitag, 14. August, ist im Hafen Emden der Wechsel von rund 1500 metrischen Tonnen des tiefkalten verflüssigten Erdgases (LNG) von Schiff zu Schiff geplant. Das geht aus einer Mitteilung der Niedersachsen Ports, dem Betreiber der landeseigenen Häfen in Niedersachsen, hervor. Demnach wird der Autotransporter Siem Confucius mit LNG durch das ebenfalls mit LNG angetriebene Bunkerschiff Engie Zeebrugge betankt. Die Antriebstechnik gilt derzeit als eine umweltfreundlichere Alternative zu herkömmlichen Schiffskraftstoffen, so Niedersachsen Ports.
„Die moderne Schifffahrt braucht zeitgemäße Angebote in den Häfen. Ich freue mich, dass wir in Emden für die Reeder und die Hafenwirtschaft die Voraussetzungen für die Umstellung auf andere Kraftstoffe bieten können“, erklärt Holger Banik, Geschäftsführer der Niedersachsen Ports sowie der JadeWeserPort Realisierungs.
Gut vorbereitet
Seit November 2019 können mit Flüssigerdgas betriebene Schiffe an der Emspier „Ship-to-Ship“ betankt werden. Zuvor wurden die genehmigungsrechtlichen Grundlagen, Sicherheitskonzepte mit der Feuerwehr, dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt sowie der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt entwickelt. Zudem wurde Liegewanne an der Emspier im Jahr 2019 auf einer Länge von 400 Metern und einer Breite von 45 Metern auf 10,80 Meter (SKN – eine Bezugsfläche für Wassertiefen in der Seefahrt) vertieft. Das ermöglicht die Abwicklung von Schiffen mit einem größeren Tiefgang als bisher. Damit habe Niedersachsen Ports auf die Entwicklung der Schiffsgrößen im Import und Export von Fahrzeugen reagiert.
Hafen mit LNG-Erfahrung
Über den Hafen Emden werden durch Volkswagen Fahrzeuge aus Europa nach Übersee verschifft. Die Route der Siem Confucius führt von Emden aus direkt nach Halifax in Kanada. LNG-Erfahrung hat der Hafen Emden schon seit 2015. Die Borkumfähre MS Ostfriesland der Reederei AG Ems wird mit Flüssiggas angetrieben, hierbei erfolgt die Bebunkerung (die Übernahme von Brennstoffen für den Schiffsantrieb) per Truck-to-Ship. Die AG Ems lässt laut Niedersachsen Ports derzeit eine weitere Fähre auf LNG-Antrieb umbauen. (ja)