Den Mitarbeitern das Training so niederschwellig wie möglich zu gestalten: Das ist das Ziel von Dr. Christoph Jolk, Diplomsportwissenschafter, Sporttherapeut und Geschäftsführer von GeKo. Deshalb kommt er mit einem Trailer voller elektrischer Trainings-Geräte zu ihnen in den Betrieb. Während, vor oder nach der Arbeit können sich Fahrer sowie Mitarbeiter aus dem Lager oder Büro mit einem möglichst kurzem Betriebsweg um ihre körperliche Gesundheit kümmern. Unter Aufsicht von Therapeuten oder Trainern trainieren sie ihre Muskeln gezielt gegen zuvor ausgewertete, persönliche Gefährdungsrisiken. Mehr Infos zu dem Gesundheits-Trailer und welche Erfahrungen man bei der Roman Mayer Logistik Group damit gemacht hat, erfahren Sie hier: Training im Truck.
Dr. Jolk, was sind die häufigsten Ursachen für Rückenbeschwerden bei Logistikmitarbeitern?
Rückenbeschwerden sind ein akutes Problem von Fahrern, sowie von Arbeitern im Lager oder im Büro. Ursachen sind wiederholtes falsches Heben oder dauerhaftes Sitzen am Schreibtisch oder am Lenkrad.
Wir unterscheiden zwischen gutem und schlechtem Rückenschmerz! Ein Bandscheibenvorfall gehört auf jeden Fall zur schlechten Form von Rückenschmerzen. Die Bandscheibe erleidet einen Schaden, drückt auf die Nerven und verursacht einen massiven Schmerz. Hier sind Arbeitsausfalltage, medizinische Hilfe Hingegen gibt es den Verspannungsrückenschmerz, der durch eine schlechte Haltung oder eine verspannte Muskulatur ausgelöst wird.
Welche Maßnahmen wirken einem Rückenschmerz am besten entgegen?
Die Rückenmuskulatur und die Bandscheiben reagieren empfindlich auf dauerhafte und einseitige Belastungen. Als Vorbeugung gegen Rückenschmerzen und -verspannungen sind es ganz klar Ausgleichsübung. Die WHO empfiehlt mindestens dreimal die Woche Kombination Kraft- und Ausdauertraining. Wir konnten nachweisen, dass mit einer einzigen Einheit von 30 Minuten pro Woche über einen Zeitraum von zwölf Wochen das Rückenschmerzrisiko um 24 Prozent reduziert und 35 Prozent mehr Kraft aufgebaut werden können.
Was bieten Sie Unternehmen an?
Für kleine Unternehmen als auch Konzerne gibt es passende Angebote. Als ersten Schritt erstellen wir mit den Unternehmen gemeinsam ein Konzept. Dann ist eine Aufklärung der Mitarbeitenden von extern enorm wichtig: Man muss die Zielgruppe einmal an die Hand nehmen und erklären, warum das Unternehmen Gesundheitsangebote für sie machen. Nicht für alle Mitarbeitende ist es sofort klar, viele haben Bedenken. Erst wenn diese ausgeräumt sind, werden sie es wahrnehmen.
Im Fall der Spedition Roman Mayer sind wir dann mit qualifizierten Therapeuten und modernsten, elektrischen Geräten auf den Betriebshof gekommen und führen gleich am Anfang sehr aufwendige Rückenanalysen mit den Beschäftigten durch. Hier kann man das eigene Rückenschmerzrisiko erkennen, was viele dazu bewegt hat doch mit dem Training zu beginnen. Es geht darum, Training so niederschwellig wie möglich zu gestalten, damit das Angebot auch genutzt wird.
In welcher Verantwortung sehen Sie die Vorgesetzten?
In der Personalentwicklung gibt es einen einfachen Satz, der das zusammenfasst: Eine Führungskraft nimmt die Krankenquote mit. Gerade in großen Konzernen sieht man, wenn ein Abteilungsleiter von einer Abteilung eine andere wechselt, verändert sich die Krankenquote mit. Die Führungskraft hat definitiv einen hohen Einfluss auf die Gesundheit und damit auch eine große Verantwortung.
Welche Förderung gibt es für Betriebe?
Laut Sozialgesetzbuch müssen gesetzliche Krankenkassen aus den gesamten Sozialbeiträgen einen bestimmten Anteil in die Prävention investieren. (Hier finden Sie mehr zu den Gesundheits-Angeboten für die Transport- und Logistikbranche) Die Kassen haben da verschiedene Angebote, Modelle und Budgets.
Bei Roman Mayer Logistics haben wir es beispielsweise so geklärt, dass wir über einen Zeitraum von zwölf Wochen den Auflieger zwei Tage pro Woche in Gersthofen stehen hatten. Mit einem Therapeuten kostet ein Betriebstag für den Hänger zwischen 1500 und 1800 Euro. Das Unternehmen hat die Viactiv-Krankenkasse kontaktiert und eine Förderung von 60 Prozent bekommen. Die Chance 50 Prozent der Kosten, die entstehen würden, über eine Krankenkasse subventioniert zu bekommen, ist relativ groß. Hier unterstützen wir als Dienstleister und übernehmen die Kommunikation mit Kostenträgern, denn jedes Unternehmen hat sein Tagesgeschäft zu bewältigen, was fordernd genug ist.