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Europäisches Lieferkettengesetz kann verschoben werden

03.04.2025 13:20 Uhr | Lesezeit: 3 min
EU_Flagge_Parlament
Das Europaparlament hat für eine Verschiebung des umstrittenen EU-Lieferkettengesetzes gestimmt
© Foto: Europäische Union/ Christophe Licoppe

Das umstrittene EU-Lieferkettengesetz kann verschoben werden. Damit bekommen Unternehmen mehr Zeit, sich vorzubereiten.

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Das Europaparlament hat den Weg für eine Verschiebung des europäischen Lieferkettengesetzes freigemacht. Eine Mehrheit der Abgeordneten stimmte in Straßburg dafür, dass erste Regelungen des umstrittenen Vorhabens ein Jahr später in Kraft treten sollen. Die EU-Staaten müssen den Schritt nur noch abnicken, damit die Änderung im EU-Amtsblatt veröffentlicht werden können. Die Länder hatten sich vor gut einer Woche aber bereits für eine Verschiebung ausgesprochen, der Schritt gilt als Formsache. 

Die beiden Institutionen folgen einem Vorschlag der EU-Kommission, wonach erste Regeln 2028 gelten würden. Die Richtlinie soll aber auch inhaltlich geändert und vereinfacht werden, damit Unternehmen mit weniger Bürokratie belastet werden. Wie weitreichend diese Änderungen werden, steht noch nicht fest und dürfte noch intensiv diskutiert werden. 

Unternehmen fürchten mehr Bürokratie

Das europäische Lieferkettengesetz wurde erst vergangenes Jahr beschlossen. Ziel ist, Menschenrechte weltweit zu stärken. Große Unternehmen sollen zur Rechenschaft gezogen werden können, wenn sie von Menschenrechtsverletzungen wie Kinder- oder Zwangsarbeit profitieren.

Aus der Wirtschaft gab es aber große Kritik an dem Vorhaben. Unternehmen sehen darin übertriebene Vorgaben, die ihnen große bürokratische Bürden auferlegten und die Wettbewerbsfähigkeit Europas minderten.

"Mut zum Rotstift" gefordert

Wie weitreichend die anstehenden Nachjustierungen beim EU-Lieferkettengesetz werden, steht noch nicht fest und dürfte intensiv diskutiert werden. Für die SPD ist etwa wichtig, dass die Haftung von Unternehmen nicht abgeschwächt wird. "Unsere Zustimmung ist ein riesiger Vertrauensvorschuss mit Blick auf die Verhandlungen zu den Sachfragen, die erst noch anstehen", sagte der Vorsitzende der SPD-Abgeordneten im Europaparlament, René Repasi. 

Seine Unions-Amtskollegen Daniel Caspary (CDU) und Angelika Niebler (CSU) teilten nach der Abstimmung mit: "Europa braucht den Mut zum Rotstift." Alle Auflagen, die nur Bürokratie und keinen Mehrwert bringen würden, müssten weg.

Unterstützung bei der Haftungsfrage bekommt Repasi von der Grünen-Europaabgeordneten Anna Cavazzini. "Ohne zivilrechtliche Haftung ist das EU-Lieferkettengesetz ausgeweidet", teilte sie mit. Sie appellierte, "innerhalb der demokratischen Fraktionen" einen Kompromiss zu finden. 

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