Vancouver. Der US-Versandriese Amazon hat mit geheimen Testreihen zwecks Einsatzes einer neu entwickelten Transportdrohne begonnen. Sollten die in der kanadischen Pazifikprovinz British Columbia durchgeführten Versuche erfolgreich verlaufen, soll das neue Drohnenmodell auf der letzten Zustellmeile innerhalb der Versandkette zum Einsatz kommen. Amazon wird die Flugkörper aber nicht selbst betreiben, sondern diese Aufgabe soll die Firmentochter Prime Air übernehmen.
Kanada hat der Konzern für die Testreihen ausgewählt, weil die US-Behörden dafür bislang keine Genehmigung erteilten. Die zuständige US-Aufsichtsbehörde Federal Aviation Administration (FAA) hatte kürzlich Richtlinien für den Einsatz von kommerziell genutzten Drohnen herausgegeben. Nach Aussage von Gur Kimchi, dem Chef von Prime Air, sind die darin aufgeführten Modelle aber allesamt veraltet. „Wir können mit unseren Feldversuchen nicht warten, bis die FAA sich zu den technischen Neuentwicklungen vorgearbeitet hat und dafür Nutzungsbedingungen erlässt“, so Kimchi. Die Drohnentechnologie entwickle sich derzeit fast mit Lichtgeschwindigkeit, die die Regulierungsbehörde offenbar überfordere, kritisierte der Manager.
Dies erklärte, warum Amazon mit der Testserie nach Kanada ausgewichen ist und diese nicht in den USA durchführen würde. „Vermutlich müssten wir dann zwei Jahre warten, bis die FAA bei Drohnen auf der Höhe der Zeit ist. Komme der neue Flugkörper zum kommerziellen Einsatz, so die Versuchsreihen positiv verliefen, verringere sich die Zustellzeit auf der letzten Meile substanziell, sagte Kimchi. (hs)