Düsseldorf. Express- und Paketdienstleister in Europa, darunter die Deutsche Post/DHL, verzeichnen nicht zuletzt durch den boomende Online-Handel ein stabiles Wachstum. Dies geht aus einer aktuellen Markt- und Branchenstudie der international tätigen Unternehmensberatung A.T. Kearney hervor, die am Mittwoch in Düsseldorf vorgelegt wurde. Ein steigendes Kostenproblem sei allerdings der zunehmende Anteil an Retouren etwa bei Textilien und Bekleidung.
Die Umsätze stiegen laut Studie 2011 wie auch schon 2010 um vier Prozent und lagen im vergangenen Jahr bei 47,2 Milliarden Euro. Vor allem preisgünstige Standardsendungen seien stärker gefragt gewesen. Kunden wählen statt der teureren Expresssendungen lieber Lieferungen mit einer etwas längeren Laufzeit, um die Kosten gering zu halten.
Dominiert wird der europäische Markt immer stärker von den Branchengrößen, die sich auf ein weites internationales Netzwerk stützen. Die sechs großen Unternehmen Deutsche Post/DHL, Fedex, La Poste/DPD, Royal Mail/GLS, TNT und UPS decken laut Studie mittlerweile 91 Prozent des Marktes für internationale Expresssendungen ab. Noch unklar ist, wie sich der geplante Zusammenschluss zwischen UPS und TNT auswirken wird.
Gute Wachstumsprognose bis 2014
Auch für die kommenden Jahre wird mit einem weiteren Anstieg der Sendungsmengen gerechnet. „Das jährliche Volumenwachstum im internationalen Standardbereich bis 2014 schätzen wir auf 7 Prozent ein“, sagt Ferdinand Salehi, Partner bei A.T. Kearney und Leiter des Beratungsbereichs Transportation. „Für die nationalen Märkte liegt das voraussichtliche jährliche Wachstum im gleichen Zeitraum bei 5 Prozent“, prognostiziert er. Die aufstrebenden Märkte in Europa (Polen, Russland, Tschechische Republik) werden laut Salehi weiterhin die höchsten relativen Wachstumsraten aufweisen, während Deutschland das höchste absolute Wachstum verzeichnen wird.
Die Kurier-, Express- und Paketmarkt-Studie von A.T. Kearney erfasst anhand von über 500 Interviews mit Führungskräften und Experten der Branche und Untersuchungen der Unternehmensleistungen die wichtigsten Treiber der Branche in 16 europäischen Ländern: Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Russland, Spanien, Schweden, die Schweiz, die Tschechische Republik, die Türkei und das Vereinigte Königreich. (dpa/bw)