Bonn/Berlin. Die Kosten für die Abwicklung einer Sendung im deutschen Stückgutmarkt sind in den vergangenen zwölf Monaten um 0,7 Prozent gestiegen. Dies weist der aktuelle Kostenindex Sammelgutspedition des Deutschen Speditions- und Logistikverbands (DSLV) aus, der die Entwicklung der Personal-, Sach-, Treibstoff- und Mautkosten für das vergangene Jahr als Gesamtkostenindex abbildet. Verglichen worden ist aktuell das erste Halbjahr 2016 mit den ersten sechs Monaten 2015.
Laut DSLV sind die Personalkosten im Vergleichszeitraum um 2,2 Prozent gestiegen, obwohl es erhebliche Bemühungen zur Rationalisierung gegeben hat. Hauptursache sei die Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes gewesen. Die Mautausweitung auf leichte Lkw ab 7,5 Tonnen und auf zusätzliche Bundesstraßenabschnitte habe die Mautkosten um 34,4 Prozent erhöht. Nur geringfügig angestiegen mit 0,6 Prozent sind demnach hingegen Sachkosten, die vor allem durch die Anmietung und Bebauung von Logistikflächen sowie Investitionen im IT-Bereich entstanden sind.
Erfreulich entwickelte sich aus DSLV-Sicht der Dieselpreis, der zwischen Mitte 2015 und Mitte 2016 um 12,7 Prozent zurückgegangen ist, was dazu führt, dass der Anteil der Treibstoffkosten an den Gesamtkosten bei der Stückgutlogistik nur noch ein Zehntel beträgt. Der Anteil der Personalkosten an den Gesamtkosten für eine Sendung im nationalen Stückgutverkehr beträgt etwas mehr als die Hälfte. Sachkosten schlagen mit gut einem Drittel zu Buche. Die Mautkosten machen nur 3,2 Prozent aus.
20 Millionen Daten werden ausgewertet
Der neue DSLV-Kostenindex Sammelgutspedition basiert auf Daten von knapp 20 Millionen Stückgutsendungen, die durch 108 Depots der folgenden Stückgutnetze abgewickelt wurden: 24plus, CargoLine, Emons, IDS, ILN, ONLINE Systemlogistik, Schenker Deutschland, System Alliance und VTL.
Der DSLV veröffentlicht seinen Kostenindex Sammelgutspedition als Benchmark für den Stückgutmarkt in Halbjahresabständen. Dabei wird die Kostenentwicklung der zurückliegenden zwölf Monate betrachtet. Die nächste Veröffentlichung des Index ist für Mai 2017 vorgesehen.
Das Steinbeis Beratungszentrum Forwarding and Logistics Center FORLOGIC erstellt den Kostenindex Sammelgutspedition im Auftrag des DSLV. Der vollständige Bericht von FORLOGIC kann von der Webseite des DSLV abgerufen werden. (mo)