Darmstadt. Gut drei Monate nach dem Inkrafttreten des Durchfahrtsverbots für Lastwagen in Darmstadt sieht die örtliche IHK noch keine Belege für eine Verringerung der Feinstaubbelastung. Zwar seien die Werte seit Beginn des Durchfahrverbots wie von der Stadt behauptet zurückgegangen. „Ob diese Entwicklung aber signifikant mit dem LKW-Fahrverbot korreliert, ist mehr als fraglich“, sagte heute Susanne Jung, Leiterin des Geschäftsbereichs Standortpolitik bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt. Die IHK, die das Fahrverbot von Anfang an als standortfeindlich ablehnte, fordert eine fundierte wissenschaftliche Analyse der Quellen des Feinstaubs in der Darmstädter Innenstadt. „Die Ursachen sind vielfältig, werden aber von Stadt und Umweltministerium derzeit nur auf den LKW-Verkehr reduziert“, sagte Jung. Einer Feinstaubstudie des Fachgebietes Umweltmineralogie an der Technischen Universität Darmstadt zufolge bringe die Sperrung der Stadt für den LKW-Durchgangsverkehr nichts. Die Höhe der Partikelbelastungen sei demnach in starkem Maße von meteorologischen Bedingungen geprägt. Regen wasche den Feinstaub aus, die Grenzwerte gingen nach unten. Außerdem seien trotz des LKW-Nachtfahrverbotes Grenzwertüberschreitungen in der Nacht gemessen worden. Diese Überschreitungen hätten im Sommer schlagartig aufgehört, als nicht mehr geheizt worden sei. Das Durchfahrtverbot für Lastwagen soll die Luftbelastung mit gesundheitsschädlichem Feinstaub verringern. Es ist Teil eines Aktionsplanes gegen Feinstaub. Das Land Hessen und die Stadt befolgen damit eine Vorgabe der Europäischen Union, die Grenzwerte für die Schadstoffbelastung der Luft festgelegt hat. Die Sperrung betrifft Lastwagen mit einem Gewicht ab 3,5 Tonnen. Ausgenommen ist der Lieferverkehr. Darmstadt gehört zu den hessischen Städten mit den höchsten Feinstaubwerten. (dpa/tz)
IHK Darmstadt kritisiert LKW-Durchfahrtsverbot
IHK sieht noch keine Belege für eine Verringerung der Feinstaubbelastung