Das Deutsche Verkehrsforum (DVF) hat den Beschluss der Bundesregierung begrüßt, die Eckpunkte der Carbon-Management-Strategie festzulegen und einen Änderungsentwurf des Kohlendioxid-Speicherungsgesetzes zu verabschieden. Es sei gut, dass die Bundesregierung „das Thema Carbon Management nach längerer Bedenkzeit jetzt aktiv angeht“, DVF-Geschäftsführerin Heike van Hoorn, die an einigen Punkten aber Nachbesserungen anmahnte: „Leider wird der notwendige Transport von CO2 per Schiene und Schiff in den Eckpunkten gänzlich ausgeblendet. Dafür müssen die Infrastruktur, Transportmittel und Standards vorbereitet werden.“
Das Pipelinenetz für CO2 sei wichtig, „aber sein Aufbau wird sehr viel Zeit in Anspruch nehmen“, so van Hoorn. Außerdem stünden CO2-Pipelines finanziell und baulich in Ressourcenkonkurrenz zum Aufbau des Wasserstoffnetzes. Im Vergleich dazu seien die nötigen Investitionen für Schiffs- und Schienentransporte überschaubar. „Durch das vorhandene Schienen- und Wasserstraßennetz können auch dezentrale CO2-Quellen schnell angebunden werden. Die Transportunternehmen bereiten sich vor. Allerdings fehlen bislang die erforderlichen Rahmenbedingungen und Förderkonzepte auf Bundesebene“, so die DVF-Geschäftsführerin. Van Hoorn verwies darauf, dass man sich in anderen europäischen Ländern entsprechende Projekte bereits in der Umsetzungsphase befänden.
Auch im Referentenentwurf zum Kohlendioxid-Speicherungsgesetz würden die Anforderungen von Schienen- und Schiffstransporten nicht thematisiert. Das DVF plädiert für eine Überprüfung und Nachbesserung durch den Deutschen Bundestag.
Außerdem sollte der Gesichtspunkt der Weiterverwendung von CO2 in der Carbon-Management-Strategie stärker herausgearbeitet werden. Die Weiterverwendung von CO2 in geschlossenen Kreisläufen sei klimapolitisch und wirtschaftlich sinnvoll. „Für den Klimaschutz im Verkehrssektor sind E-Fuels notwendig. Die Nutzung des in Deutschland anfallenden CO2 zur E-Fuel-Produktion ist somit naheliegend“, so das DVF.